"Auf dieser Welt lebt keiner vergebens,
der die Bürde eines anderen leichter zu machen versucht." (Helen Keller)
 
 
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Die Streuner und wie helfen?

Die Situation der herrenlosen Tiere
Warum werden die Tiere nicht sterlisiert?
Unsere Meinung zu der Situation
Was können wir tun bzw. haben wir vor?
Was können Sie im Urlaub tun?
Soll man herrenlose Tiere füttern?
Darf man herrenlose Tiere streicheln?
Soll man einem Tier ein Halsband kaufen?
Einige Fakten zum Thema Sterilisation/Kastration

Die Situation:

Lissy Hundebaby vermittelt in 2001Wahrscheinlich kennen Sie die typischen Postkarten mit den griechischen Katzen und haben schon mal gedacht: "Wie hübsch!" So sehr es auch stimmt, leider ist da auch die andere Seite der Geschichte.

Vielen Tieren, sowohl Katzen als auch Hunden, geht es überhaupt nicht gut. Sie sind ungeimpft, voller Ungeziefer, teilweise krank und häufig unterernährt. Sie haben niemanden, der sich um sie kümmert und sich dafür interessiert, ob es ihnen gut oder schlecht geht, der sie streichelt und liebkost, ihnen Futter gibt und zum Tierarzt bringt. Die Tierhaltung in Griechenland ist mit der in Deutschland in den seltensten Fällen zu vergleichen. Die streunenden Hunde und Katzen vermehren sich unkontrolliert und niemand fühlt sich dafür zuständig.

Es gibt sehr viel Leid. Es sind auf jeden Fall zu viele herrenlose Tiere in Griechenland, um die sich niemand kümmert, die unnötig an leicht zu heilenden Krankheiten zugrunde gehen oder die misshandelt und vergiftet werden (siehe auch Josephinas Geschichte).

Viele Menschen hier lieben Tiere zwar, aber wissen nicht, wie man sich richtig um sie kümmert, und die meisten glauben, dass es falsch ist, die Tiere sterilisieren und kastrieren zu lassen. Leider gibt es daneben noch zuviele Menschen, die sich nicht darum scheren und Katzen und Hunde vor allem wie "Ungeziefer" behandeln.

Die Hauptgründe, warum sie nicht sterilisiert oder kastriert werden sind meiner Erfahrung nach folgende:

- Die herrenlosen Hunde und Katzen werden als "wilde" Tiere angesehen, die für sich selbst sorgen müssen. "So ist eben die Natur."

- Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass es "unmenschlich" ist, die Tiere zu sterilisieren, da sie dann "keinen Spaß mehr" haben werden! (d.h. ein glückliches Sexualleben!!!!!!)

- Es gab bis August 2000 auf Paros keinen Tierarzt (wie auf vielen Inseln).

- Es ist zu teuer, eine Katze z.B. sterilisieren zu lassen und einfacher, den Wurf zu "entsorgen".

- Man hat noch nie davon gehört.

Wir meinen aber:

- Obwohl sie eigentlich herrenlose Tiere sind, werden viele trotzdem mehr oder weniger regelmäßig gefüttert. Katzen und Hunde sind domestizierte Tiere, und sobald man etwas Verantwortung für sie übernommen hat, hat man die ganze Verantwortung für sie. Je mehr sie gefüttert werden, desto mehr vermehren sie sich, und desto mehr werden Krankheiten verbreitet und Würfe "weggeworfen".

- Die Tiere "genießen" ihr Sexualleben nicht bewusst. Sie werden von ihren Trieben geleitet und erleben dabei sehr viel Stress. Die weiblichen Tiere werden von den männlichen "gejagt", und die männlichen Tiere, vornehmlich bei Katzen, geraten immer wieder in z.T. lebensgefährliche Kämpfe. Es ist auch sehr kräftezehrend für Katzen, ca. dreimal im Jahr Junge großzuziehen.

- Die meisten Menschen werden von den sich paarenden Tieren gestört, auch wenn sie das Sterilisieren/Kastrieren nicht befürworten. Sie beschweren sich über die "lauten" Katzen und versuchen die Rüden von den Hündinnen weg zu jagen - ich habe dieselben Leute genau das tun sehen, obwohl sie andererseits behaupten, die Tiere bräuchten ihren "Spaß"!

- Drei Würfe Katzen pro Jahr (in etwa) wegzuwerfen - das heißt zu töten! - das ist Mord! Das ist weit weniger human, als die Würfe von vornherein zu vermeiden. Von den Jungtieren, die am Leben gelassen werden, überleben die Wenigsten. Viele sterben einen langsamen und schrecklichen Tod.

- Tiere, die den Sommer überleben, sind im Winter mit Hunger und Krankheiten konfrontiert, wenn alle Touristen und viele Einheimische die Insel verlassen und die meisten Restaurants geschlossen sind.

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Wie kann man helfen, die Situation zu verbessern?

Natürlich kann man nicht gleich die ganze Welt ändern, aber wir finden, dass jedes Tierleben es wert ist, geholfen zu werden.

Nelly war etwa 5 Wochen alt, als wir sie fanden.
Nelly Flohs Geschichte lesen Sie hier.

Langfristig gesehen kann nur die Weiterbildung der Menschen etwas ändern. Es muss Verantwortung von mehr Menschen übernommen und die Dringlichkeit, etwas zu tun, erkannt werden. D.h. den Menschen die richtige Behandlung von Tieren nahe zu bringen, damit sich Pflege und Sterilisieren/Kastrieren durchsetzen.

Zur Zeit können wir nur unser bestes tun, das Leiden so stark wie möglich zu verringern, indem wir:

- so viele Tiere wie nur möglich impfen, sterilisieren und kastrieren lassen;

- uns freiwillig um herrenlose Tiere kümmern und die kranken versorgen (und dafür sorgen, dass genügend Leute auch im Winter da sind, um sie zu füttern etc.);

- mehr PAWS-Mitgliedschaften bzw. Spenden bekommen, damit das Projekt finanziell unterstützt werden kann. Die Tierschutz-Organisation PAWS ("Paros Animal Welfare Society") sammelt Geld, um Medikamente einzukaufen, die Tierarztbesuche zu finanzieren und Futter für den Winter bereitzustellen, Poster gegen Tierquälerei und Vergiftung zu finanzieren, usw.!

- Kampagnen zur Weiterbildung über Tierschutz und -pflege initiieren und unterstützen (wie Poster, Vorträge von Tierärzten in Schulen usw.);

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Wie können SIE helfen?

- Indem Sie im Sommer dringend benötigtes Wasser für die Tiere herausstellen.

- Indem Sie mit den Einheimischen reden und diese darauf aufmerksam machen, dass Ihnen nicht gefällt, was Sie sehen. Viele wissen nicht, dass dieses ein Problem ist, gegen das wir etwas tun können, und betrachten die Tiere als "Pest", gegen die man nur mit sporadischen Vergiftungsaktionen z.B. angehen kann. (Wissen Sie, was für ein angenehmer Tod das ist?) "Steter Tropfen höhlt den Stein."

- Indem Sie ein bisschen Geld spenden. Jedes Bisschen hilft. Die Gesellschaft PAWS hat Spendenbüchsen in Supermärkten, Hotels usw. stehen; hiervon werden Medikamente gekauft, die Tierarztbesuche bezahlt und Futtermittel für den Winter bereitgestellt.

- Indem Sie PAWS einen Beschwerdebrief schreiben, wenn Sie etwas sehen, das Ihnen nicht gefällt, oder eine E-Mail (die Sie auch an uns schreiben können, wir werden sie weiterleiten) um unsere Vorhaben zu unterstützen, von der Gemeinde mehr Hilfe zu bekommen. Der Tierschutz muss mehr vom Staat unterstützt werden. Sie können helfen, anderen die Augen zu öffnen! Besonders Fotos als Bekräftigung Ihrer Aussagen wären wichtig!

- Indem Sie einen der Freiwilligen von PAWS informieren, wenn Sie ein krankes oder verlassenes Tier finden, das dringend Hilfe braucht (Telefon-Nummern z.B. bei PAWS oder in der monatlichen Zeitung "The Foreigner").

- Indem Sie ein Tier, das Ihnen während Ihres Urlaubs ans Herz wächst, mit nach Hause nehmen. Warum nicht? Wir haben schon vielen Tieren ein schönes Zuhause besorgt! (Lesen Sie hier auch "Rosamunde und Pilcher" oder "Wie Sie uns persönlich unterstützen können".)

- Indem Sie ein Mitglied von PAWS werden oder uns unterstützen!

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Sollte man ein herrenloses und bettelndes Tier füttern?

Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Viele Leute sagen nein, da es dazu beiträgt, die ohnehin schon bestehende Überbevölkerung zu vergrößern und die Tiere hungern werden, wenn es Winter wird (und die Restaurants schließen usw.).

Ich glaube, dass das auf Leute zutrifft, die den ganzen Sommer über die Tiere füttern und dann plötzlich monatelang nicht mehr da sind, weil sie für den Winter die Insel verlassen. Wenn Sie als Tourist mit einem hungrigen Tier in Berührung kommen, so hat dieses Tier bereits ein Problem und muss irgendwo her etwas zu Fressen bekommen, also könnten Sie ihm genauso gut etwas geben, wenn Ihnen danach ist.

Es muss immer wieder betont werden, dass die Wurzel des Problems gepackt werden muss - man muss die Tiere kastrieren!

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Darf man die streunenden Tiere anfassen oder streicheln?

Auf eigene Verantwortung! Man sollte schon vorsichtig sein, da man nie weiß, welche Krankheiten die Tiere mit sich herumschleppen (am Häufigsten: Hautpilz).

Solange ein Tier sauber aussieht und ein gepflegtes Fell hat sowie sich sonst auch nicht komisch verhält, kann man es schon anfassen. Welcher Tierfreund kann denn auch einem schnurrenden kleinen Kätzchen widerstehen? Aber danach immer Hände waschen, da die meisten Tiere Würmer, Flöhe und Hautpilze haben (der Hautpilz ist auch auf Menschen übertragbar!). Und man sollte sich möglichst nicht von einer Katze kratzen lassen.

Sollte man einem Tier ein Halsband kaufen?

Nein, auf keinen Fall! Unverständlicher Weise kaufen viele Urlauber, denen ein bestimmtes Tier ans Herz wächst, dem Tier ein Halsband. Dies ist jedoch ein Zeichen, dass ein Tier ein Zuhause hat, so dass es für das Tier nach Abreise des fütternden "Urlaubers" noch schwieriger wird, Futter zu finden. Dann denkt jeder, es würde bereits gefüttert.

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Wussten Sie?

Ein paar "tierische" Fakten und Statistiken zu Sterilisation und Kastration:

- Ein Paar Katzen und ihr Nachwuchs können binnen weniger Jahre Hunderttausende von Kätzchen produzieren.

- Ein Paar Hunde und ihr Nachwuchs können binnen weniger Jahre Tausende von Welpen produzieren.

- Die Tiere sind weniger geneigt, zu streunen und in Kämpfe zu geraten, weshalb sie
a) nicht so oft in Autounfälle verwickelt werden,
b) viel weniger wahrscheinlich in einem Kampf verletzt werden und
c) sich seltener mit übertragbaren Krankheiten anstecken.

- Kater hören in den meisten Fällen auf, ihre Duftmarke überall zu versprühen.

- Rüden neigen weniger zum Kläffen.

- Die Tiere leben ein längeres und gesünderes Leben, da verschiedene Krankheiten wie bestimmte Krebsarten und Krankheiten der Gebärmutter etc. von vornherein ausgeschlossen werden.

- Die Tiere werden ruhiger und anhänglicher.

- Die Zahl der "entsorgten" und kranken Tiere verringert sich, je weniger Nachkommen produziert werden.

Hier ist noch eine sehr empfehlenswerte Website zu diesem Thema. Die sehr engagierte Silke Wrobel hat auf Kreta das Tierheim "Arche Noah" aufgebaut und es wird mit Hilfe vieler Tierfreunde entgegen aller Widrigkeiten weitergeführt. Auf deren Website finden Sie alles darüber:

www.archenoah-kreta.com



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