"Ja, dagegen lässt sich nichts machen", sagte die Katze, "hier sind alle verrückt. Ich bin verrückt. Du bist verrückt." "Woher weißt du denn, dass ich verrückt bin?" fragte Alice. "Musst du ja sein", sagte die Katze, "sonst wärst du doch gar nicht hier." (Aus Alice im Wunderland)
 
 
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Was wir so in Sachen Tierschutz erlebten... (2000-2001)

Lesen Sie auch:
Die Geschichte unserer Müllkatzen, Jahr 2000
Wie sich daraus "Rosamunde und Pilcher" ergaben (Jahr 2000)
Wie Sie uns ohne großen Aufwand unterstützen können!
Rosamunde und Pilcher Teil 2 (Jahr 2001)
So kommt man zu seinem Rassehund in Griechenland (2001)
"Nelly Floh" und andere Findlinge (2001)

Wir haben in den letzten Jahren durch unsere Gäste viel Unterstützung bekommen, die uns geholfen hat, uns um die streunenden und hilfsbedürftigen Katzen und Hunde zu kümmern, die in unserer Umgebung leben oder in unsere Hände fallen.

Das Geld, das tierliebe Gäste in unser "Katzensparschwein" bei der Pension gesteckt haben, hat uns dabei sehr unterstützt. Aber es ging nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um "Naturalien" und emotionale Hilfe, die fast ebenso wichtig ist.

Wir bekommen mal große, mal kleine Pakete Futter (und -proben) sowie Medikamente (auch abgelaufene!) zugeschickt oder mitgebracht, und alles ist höchst willkommen. Letzteres ist auch sehr nützlich, da die Medikamente nicht in dem Moment schlecht werden, wenn sie ablaufen, und wir es uns wirklich nicht leisten können, alle Katzen der Umgebung zu verarzten, wenn wir alle Medikamente selbst kaufen müssen.

Also ohne die vielseitige Hilfe zahlreicher Tierfreunde hätten wir nicht all das tun können, was wir tun wollten. EIN GROSSES DANKESCHÖN AN ALLE!

Was haben wir getan, was haben wir erlebt??!

Babys von Rosie und Pilcher!Wir haben im Jahre 2000 dreizehn Katzenbabys in gute Hände vermittelt und uns um unzählige erwachsene Streuner gekümmert (die wir auch haben kastrieren lassen). Im Jahr 2001 haben wir sogar 2 Hundebabys und 4 Katzen gut unterbringen können. Dabei waren zwei erwachsene Katzen (siehe Rosamunde und Pilcher Teil 2), die eigentlich besonders schwer zu vermitteln sind.

Lesen Sie die Geschichte unserer Müllkatzen (2000)!

Wir haben im Mai 2000 sieben Katzenbabys aus offensichtlich zwei Würfen von einem Schweizer namens Christoph übernommen. Christoph hatte sie ca. 14 Tage alt im Müllcontainer in einer Plastiktüte gefunden, sie befreit und die ersten 12 Tage mit der Flasche aufgezogen. Dann musste er leider abreisen und brauchte dringend jemanden, der sie ihm abnahm.

Ich war natürlich die Glückliche, die zur rechten Zeit auf ihn traf und nicht "Nein" sagen konnte ;-). Sehr zu Sakis anfänglichem Entsetzen, vor allem nachdem ich ihm sagte, ich würde die sieben ca. 3-4 Wochen alten Kätzchen bei der Pension unterbringen. Natürlich hatte er Angst, sie würden vielleicht Krach machen, unsere Gäste "belästigen" oder unsere Zeit stehlen, ganz zu schweigen von der Frage, ob wir sie loswerden könnten. Aber ich war stur und versprach ihm, ich würde sie alle loswerden (natürlich ohne jede Sicherheit meinerseits zu haben, dass es mir tatsächlich gelingen würde...).

Nein, waren die süß! Sie haben sich schnell an die Futterzeiten gewöhnt und kamen sofort fiepend angerannt, als sie uns hörten und unterhielten nach einer Zeit auch alle unserer meist begeisterten Gäste. Viele Gäste haben sich auch von sich aus, wenn wir nicht da waren, ein bisschen um die Kleinen gekümmert. So wuchsen sie also schnell, und nach einer Zeit brachte ich schon zwei davon bei einer tierlieben Griechin auf Paros unter. Also waren es noch fünf, aber fünf Katzenbabys fressen auch ganz schön viel! Aber bald kam Christoph wieder nach Paros, und mit seiner Hilfe fanden wir für vier der Kleinen ein Zuhause bei tierlieben Menschen in Deutschland.

Eins der Kätzchen blieb am Schluss übrig, und anfangs brach es uns das Herz, es allein zu lassen, aber es fanden sich schnell wieder Gäste, die sich um das einsame Kerlchen kümmerten. Tagsüber unterhielt er die Putzfrau und die Gäste, bis wir ein liebes Bielefelder Pärchen nicht davon abbringen konnten, ihn zu adoptieren . So lebt "Linus" heute in Bielefeld, ist ein sehr schlauer Kater geworden, der u.a. auch Türen öffnen kann, und ihm geht es prima! Von dem Müllcontainer nach Bielefeld ist ein weiter, aber ein erfolgreicher Weg, finden wir!

Die Geschichte mit den Müllkatzen hatte ungeahnte Folgen. Kaum waren wir die los (es war ja auch zugegebenermaßen viel Arbeit gewesen), kamen "Rosamunde" und "Pilcher"....

Lesen Sie hier die Geschichte von "Rosamunde und Pilcher" (2000) !

(zu weiteren Fotos)

Rosamunde und Pilcher - mein Lieblingsfoto!Wahrscheinlich hatte es sich unter der Katzenbevölkerung herumgesprochen, dass Katzenbabys bei uns in guten Händen sind, denn kaum war Linus weg, kamen von heute auf morgen zwei schwangere Katzen zu uns. Sie warfen unsere vier erwachsenen "Stamm-Streuner" vom Grundstück, so dass diese sich in der Nachbarschaft verteilen mussten und nicht mal mehr das Grundstück betreten durften, ohne "bösartig" vertrieben zu werden. Ja, und dann legten sie uns zwei Würfe - jeweils zwei und fünf Katzenbabys - quasi vor die Haustür. Als wenn sie sagen wollten "Bitteschön, nun macht was draus!".

Wir tauften diese beiden Katzen "Rosamunde" und "Pilcher". Erstere bekam ihren Namen, weil sie einen so schönen rosa Mund hat, Letztere als Folge der ersten Namensgebung. Wie sich später heraus stellte, passte der Name ganz prima - so verrückt der Name, so verrückt die Katze!

Die große Erleichterung war, dass diese Katzenbabys Mütter hatten. Die Mütter machten sogar Baby-Sharing und man konnte oft gar nicht erkennen, welches Baby zu welcher Mutter gehörte, da sie wild durcheinander tranken und säugten. Rosamunde und Pilcher waren ein unzertrennliches Katzenpaar, das füreinander eingestanden hat (auch wenn Pilcher anfangs dabei erwischt wurde, Rosamundes Babys klauen zu wollen), was ich mehrmals deutlich zu spüren bekam, als ich eine der beiden verarzten wollte (Antibiotika verabreichen wegen Schnupfens). Besonders Rosamunde war radikal und verprügelte mich (durch wütendes Fauchen und mir die Krallen in den Leib hauen!), wenn ich mich an Pilcher "vergriff", sofort, so dass ich mir immer erst einen Leibwächter besorgen musste, wenn ich den Katzen Tabletten geben wollte.

Diese Katzenbabys waren der Renner bei unseren Gästen. Fast alle pilgerten morgens vor dem Frühstück bei den Babies vorbei, und es ergaben sich dort häufig Menschenansammlungen und dadurch nette Bekanntschaften.

Sakis, der sich mittlerweile an die Katzenbabys gewöhnt hatte, meinte bei der zweiten Ladung lediglich ganz cool "macht nix, die werden wir auch noch alle los"! Meine besondere Sorge galt der Tatsache, dass diese "Herbstkätzchen" zu klein waren, um den Winter auf sich allein gestellt zu überleben.

Aber auch diese haben alle ein schönes Zuhause gefunden. Sie sind jetzt in Österreich und Deutschland sowie auf Paros verteilt.

Rosamunde und Pilcher haben wir an Saisonende natürlich kastrieren lassen, und sie sind im Winter von den Nachbarn gefüttert worden. Pilcher tauchte längere Zeit nach dem Winter nicht mehr auf, so dass wir dachten, ihr wäre etwas zugestoßen, zumal Rosamunde vom ersten Tag an wieder da war. Ich hatte Tränen in den Augen, als sie plötzlich wieder vor mir stand. Kaum waren die beiden wieder zusammen, waren sie wie immer unzertrennlich.

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Rosamunde und Pilcher Teil 2 (Jahr 2001)

Während der Saison 2001 wurden Rosie und Pilcher immer anhänglicher, so dass ich irgendwann den Wunsch aussprach, für die beiden ein schönes Zuhause zu finden, woran ich aber eigentlich nicht geglaubt habe. Rosie ist von eher zurückhaltender Natur, Pilcher hat aber alle Menschen, die in ihre Nähe kamen, mit einer Hartnäckigkeit belagert (auf jeden Schoß ist sie sofort gesprungen), dass nicht zu übersehen war, dass sie eigentlich "von Herzen" keine Streunerin war. Sie brauchte Menschen.

Glücklicherweise kamen irgendwann Rika und Günter als Gäste zu uns und sagten mir, dass sie mit dem Gedanken spielten, ein oder zwei Katzen adoptieren zu wollen, und zwar am liebsten eine behinderte oder sonst irgendwie benachteiligte (das ist selten!!!!). Sofort kam mir Pilcher mit ihrem schlimmen, chronischen Dauerschnupfen in den Sinn. Kaum ausgesprochen, befassten die beiden sich eingehend mit ihren potentiellen Wunschkatzen und - wie konnte es anders sein - erlagen ihrem einzigartigen Charme.

So kam es, dass wir mir nichts, dir nichts beide Katzen reisefertig gemacht hatten und der Tag kam, an dem ich von ihnen Abschied nehmen "musste". Es braucht nicht viel, um zu verstehen, dass ich sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe gehen lassen.

Wir sind bis heute sehr glücklich darüber, dass die beiden in Duisburg ein neues, liebevolles Zuhause gefunden haben, und freuen uns über regelmäßige Berichte von dort. Pilcher ist immer noch so versessen auf Menschen und kann sich dieser Lust jetzt ausgiebig hingeben (sie ist auf Gesichter fixiert und sitzt gern bei jemandem auf der Brust und "starrt" ihm ins Gesicht). Jeder Besuch wird sofort belagert. Nicht angenehme Gäste werden, wie ich höre, einfach nicht vor Pilcher und ihrer triefenden Nase errettet (psst, nicht weitersagen ;-)). Damit sie sich nicht ganz von der Heimat fern fühlen, haben sie sogar einen griechischen Tierarzt (!). Ich vermute, er spricht Griechisch mit ihnen *ggg*.

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So kommt man zu seinem Rassehund in Griechenland (2001)...

So ein süßes Hundebaby!Eines Tages im Oktober 2001, kurz vor Ende der Saison, hörte ich vom Flur aus ein Fiepen, das von schräg hinter Sakis Rooms kam. Sofort der Ursache auf den Grund gehend entdeckte ich einen kleinen schwarzen Welpen, der völlig hilflos auf dem Bauschutt/ Müll der Nachbarn (der einfach auf dem Brachgelände hinter ihnen abgeladen wurde) herumhopste. Da ich wohl wusste, dass er dort nicht hin gehörte, ging ich ihn "retten". Noch auf dem Wege dort hin, einmal ums Haus herum und an der Eingangstüre einer anderen Nachbarin vorbei, wurde ich sofort von eben dieser Griechin regelrecht angekreischt, ich solle das "Vieh" dort lassen, wo sie es gerade abgeladen hätte, das wäre ein Straßenköter und er hätte ihr in den Eingang gepinkelt, er würde ihr doch nur wieder dort hin pinkeln.

Natürlich hörte ich nicht auf sie, sondern holte (vor Wut schnaubend!) das süße kleine Hundebaby zu mir, mich sehr gut erinnernd, dass wir zwei Tage später Gäste aus der Schweiz erwarteten, die mir einmal geschrieben hatten, sie wollten evtl. einen griechischen "Straßenköter" adoptieren. Meine Freundin Petra, die eine Stunde später mit der Fähre ankommen und mich das erste Mal auf Paros besuchen sollte, hatte somit schon ein Pflegehündchen aufgedrückt bekommen, noch bevor sie angekommen war (sie ließ sich die Arbeit gern auf's Auge drücken)... Unsere Freunde wissen, dass sie bei uns mit solchen Dingen rechnen müssen *g*.

Hundebaby wurde nach einem "fachmännischen" Blick Petras sofort als Junge identifiziert und "Caesar" getauft. Wie sich allerdings nach einem Tag heraus stellte, war Caesar gar kein Junge, sondern ein Mädchen, was wir nach zufälligem näheren Hinsehen und längerer Diskussion darüber dann entschieden (wir sind in Sachen Katzen geübter). So musste ein neuer Name her; Petra kam sofort auf "Gina" und dabei blieb es (sie musste auch nicht wieder das Geschlecht wechseln ;-)).

Gina war herzallerliebst und hat erstmal für 3 Tage gegessen und getrunken. Wie um Himmels Willen dieser "Baby-Straßenköter" den Berg bis zu Sakis Rooms hinauf gekommen is 28.02.2010 p>Nach 2 Tagen kamen die Schweizer an, eine ganz herzliche Pfarrersfamilie, und Petra und ich hofften inständig, dass sie Gina tatsächlich adoptieren würden. Wir bereiteten Gina vor, indem wir ihr eine große rote Schleife um den Hals banden, und sagten der Familie, sie möchten doch alle kurz die Augen zumachen, wir hätten etwas für sie. Nachdem sie die Augen aufmachten, erblickten sie erstaunt "ihren" neuen Hund, den sie ohne zu zögern in ihre Familie aufnahmen.

Die große Überraschung kam aber erst: der Besuch beim Tierarzt ergab, dass Gina ein reinrassiger Hund war, nämlich ein italienischer "Cane Corso". Der Tierarzt erkannte den Welpen wieder und wusste, dass ein Hundebesitzer auf Paros aus dem großen Wurf seiner Hündin ein paar Welpen an Freunde verschenkt hatte, diese aber nicht behalten, sondern leider ausgesetzt wurden. Einem von Ginas Brüdern sind wir begegnet - es war wie das erste Treffen des doppelten Lottchens.

Nach dem ersten Schock über die Rasse - ein "Cane Corso" ist nicht gerade ein Schoßhündchen, milde ausgedrückt, sondern es ist ein "Molosser" - aber war Gina nun in aller Herzen aufgenommen worden und wurde nicht wieder hergegeben, obwohl ich zugeben muss, dass ich sie am Ende fast nicht hätte gehen lassen ;-). Alle waren total vernarrt in sie.

Ach so: nochmal zurück zur Hundbaby wegwerfedeNachbarin. Auf meinen besonderen "Hinweis" hin sind die Schweizer mit ihrem neuen Hündchen fleißig vor unserem Haus auf und ab spazieren gegangen, immer gefährlich nah an dem Eingang der Nachbarin vorbei. Diese muss ein paar sehr aufreibende Tage erlebt haben (man sah sie auch hin und wieder aufgeregt mit der anderen Nachbarin beratschlagen), immer mit der Furcht, das Hündchen könnte ja in ihren Eingang pinkeln. Die schlimmste Frage für sie muss gewesen sein - tja, jetzt kümmmern sich diese Leute um den Hund, aber wenn sie abreisen, und das tun ja Urlauber bekanntlich wieder, was passiert DANN????

Nun lebt Gina aber glücklich und zufrieden in der Nähe von Bern. Wir freuen uns mit ihr.

Nachtrag: Auszug aus 2 Emails von Ginas Besitzerin Isa vom 10. & 11. Januar 2002:

"Gina ist der beste Hund der Welt. Ich werde täglich auf mein Prachtstier angesprochen, weil sie wunderschön und extrem lieb, unkompliziert und brav ist! Sie bringt nun bereits stattliche 20 Kilo auf die Waage und wächst ihren Hundefreunden, die für sie vor Wochen noch monströs gross waren, langsam über den Kopf. Ich kann mit Gina durch die Stadt bummeln, und brauche sie nicht an die Leine zu nehmen, weil sie selbst im grössten Menschen- und Verkehrsgetümmel extrem aufmerksam darauf acht gibt, uns nicht aus den Augen zu verlieren. Im Warenhaus legt sie sich unangeleint in eine Ecke, die man ihr zuweist und wartet ohne zu heulen oder zu bellen, bis man wieder zurückkommt. Seit zehn Tagen ist sie nun auch komplett stubenrein (endlich!!!!). Nun gibt es keinen einzigen Punkt mehr an unserem Prachtshund, der nervt! Die Tierarztgehilfin, die Gina manchmal hütet, ruft oft von sich aus an, ob sie Gina ein Wochenende ausleihen dürfe. Sie hat sie auch schon in die Tierarztpraxis mit zur Arbeit genommen, und Gina blieb trotz Katzen, Meerschweinschen und Hunden brav in ihrer Ecke liegen. Ich muss endlich wieder mal ein paar Photos machen, damit ihr sehen könnt, wie Gina gewachsen ist! Natürlich ist sie in vielen Punkten immer noch ein normaler, herziger Welpe, der Socken, Schuhe und Blockflöten frisst, wenn man vergessen hat, die Dinge an der richtigen Ort zu versorgen. Die Kinder, vom Kindergarten nebenan kommen regelmässig bei uns vorbei um mit Gina herumzutollen.Da Gina so anständig ist, und ihnen nicht hochsteht, fürchten sie sich nach wie vor nicht vor ihr, obwohl Gina mittlerweilen wohl grösser und schwerer ist als die kleinen Knirpse. Kann übrigens gut sein, dass zumindest Ginas Mutter ein Cane Corso ist. Ich habe in der Zwischenzeit einen Cane Corso kennengelernt. Der war überhaupt nicht so hässlich wie die Hunde auf den Internetbildern. Er hatte aber auch weder Schwanz noch Ohren kupiert. Was die Figur, die Ohren und den Schwanz anbelangt, war er mit Gina sehr ähnlich. Auch die Sorgenfalten auf der Stirn waren gleich! Herzlichen Dank also nochmals für Deine Mithilfe, uns ein so liebenswürdiges neues Familienmitglied zu beschaffen!"

"Sie hat einen Labradorkopf mit Ohren, die sie aufstellen kann! Übrigens mag sie es nicht, wenn ein Mann hinter mir hergeht, wenn die Sonne untergegangen ist. Sie setzt sich jeweilen auf den Gehsteg, stellt ihr Nackenhaare und knurrt, derweil ich weiterlaufe. Wenn der entsprechende Mann sie eingeholt hat, rennt sie mir wieder nach, setzt sich wider hin und das Spiel beginnt von vorne. Die meisten Männer wechseln dann die Strassenseite... ;-) Bei Tageslicht tut sie das nicht. Ich fühle mich jetzt jedenfalls schon ziemlich gut aufgehoben in ihrer Nähe und habe keine Bedenken mehr, mit ihr alleine Nachtspaziergänge zu unternehmen!"

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"Nelly Floh" und andere Findlinge (2001)

Etwa eine halbe Stunde, nachdem wir Gina "los geworden" waren, gingen meine Freundin Petra und ich in den Ort, um ein bisschen faul herumzusitzen und Kaffee zu trinken. Leider aber kam es anders, wir fanden nämlich auf dem Weg ein winziges, unterernährtes und kränkliches Katzenbaby - bildschön übrigens - das hilflos bei einer Mülltonne lag. Es war offensichtlich allein, so nahmen wir es schweren Herzens mit und verarzteten es.

Die Kleine (die Geschlechtsbestimmung fiel uns hier leichter, wir waren diesmal aber auch gleich sorgfältiger) erholte sich erstaunlich schnell und hatte innerhalb von 24 Stunden Petra zu ihrer Ersatzmutti gemacht. Da sie so klein war, ergänzten wir ihren spontan gegebenen Namen um "Floh", so hieß sie jetzt "Nelly Floh". Aus Spaß sagte ich einmal, morgen kommen noch ein paar Schweizer an - diesmal ein junges Paar -, wer weiß, vielleicht wollen die ja eine Katze haben. Ich machte mir schwer Sorgen, denn die Saison ging hart auf's Ende zu und wir sollten nicht mehr allzu viele Gäste beherbergen, d.h. die Chancen, für jedes weitere Tier ein Zuhause ODER eine Mitnahmemöglichkeit zu finden, wurden immer geringer.

Langer Rede kurzer Sinn, kaum war das Schweizer Pärchen angekommen, fragte mich die junge Frau - Marta, eigentlich nicht Schweizerin, sondern eine unheimlich sympathische und liebe Spanierin, wie ich gleich erfuhr - "wo sind denn die Katzen???"! Meine Chance "witternd", führte ich sie sofort zu Nelly Floh und Gina (wir saßen gerade alle zusammen), und innerhalb von weiteren 24 Stunden war klar, dass auch Nelly Floh eine schöne Zukunft in der Schweiz vor sich hatte.

Ich hörte derweil Stimmen von anderen Gästen, die mich auf den Arm nahmen und meinten, ich könnte auch einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen ;-).

Sheila und die Blinden

Unsere kleine zugelaufene Katze Sheila, die exakte Kopie Rosamundes - weiß, graugetigert und apricotfarben - entzückte eine ganz liebe Familie mit drei Töchtern im Juli so sehr, dass wir schließlich einen "Kurier" fanden und so die Kleine ihrer Familie am Düsseldorfer Flughafen übergeben konnten (bei der Abreise der Familie war nicht genug Zeit gewesen, die Katze reise- und zollfertig zu machen ;-)). Bis zu ihrer Abreise leistete sie jedenfalls gute Dienste, indem sie unseren New Yorker Gast nach dem Schock des 11. September tröstete (sie schlief immer bei ihm, ausnahmsweise haben wir eine Katze in den Zimmern erlaubt...).

Leider hatten wir 2001 aber auch traurige Geschichten. Wir fanden z.B. 4 Katzenbabys mit schlimm entzündeten Augen, und als sich nach 2 Wochen guter Pflege und Antibiotika herausstellte, dass sie total blind sein würden, ließen wir sie schweren Herzens einschläfern. Auch ein anderes, schwer krankes Katzenbaby, das mir Heike und Martin übergaben, verschwand auf seltsame Weise aus unserem Gebäude. Das kann nur durch Menschen geschehen sein, und wir wissen nicht, wer es getan haben könnte. Schade, es hätte vielleicht eine Chance gehabt :-(.

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