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Paros-Online.de
Martina Blair

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Parikia
84400 Paros
Kykladen
Griechenland
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der Erlebnisbericht von 2002!
(Erlebnisberichte 2003 ff. hier
klicken!)
Achtung lang! (Hier
geht es zu den Fotos)
Das Jahr 2002 war
ein sehr aufregendes Jahr. Es sind sehr viele Katzen (dieses Mal keine
Hunde) durch unsere Hände gegangen, und wer Lust hat, der möge sie ja in diesem
Bericht zählen ;-).
Das Jahr fing sehr traurig an, da unsere allererste,
geliebte "Mamakatze", eine Ur-ur-ur-ur-Streunerin, die sich die ersten 2 Jahre
nicht einmal von uns anfassen ließ, letztendlich aber mit uns umzog und am Ende
sogar leidenschaftlich gern auf unserem Schoß saß (!), am 21. März eingeschläfert
werden musste wegen eines nicht operierbaren Zwerchfelldurchbruchs (Hernie). Wir
waren sehr sehr traurig. Sie hat uns aber kurz darauf Pinky "geschickt", der so
hartnäckig war in seinem Bestreben, von uns adoptiert zu werden, dass es kurz
darauf klar war, dass er ihren Platz einnehmen würde (sogar Sakis kapitulierte).
So war wieder ein Streuner von der Straße. Pinky ist Mamakatze äußerlich so ähnlich,
dass ich manchmal leicht verwirrt bin, wen ich denn nun eigentlich vor mir habe.
Er ist der verrückteste Kater, den ich je erlebt habe, und er unterhält uns von
morgens bis abends.
In der Pension angefangen hat es mit unserer hübschen,
scheuen Rani, einer ganz neuen Katze, die am Ostersonntag
ihre 3 Babies in den Margeriten im Eingangsbereich von Sakis Rooms zur Welt brachte.
Ein Bisschen stressig war es ihr dort dann aber doch, da andauernd Gäste vorbei
gingen, die sie dann anfauchen musste (sehr zur Verwunderung dieser über die "fauchenden
Margariten"), so zog sie nach ca. 2 Wochen um und wir verloren sie vorübergehend
aus den Augen. Zumindest konnten wir nicht herausfinden, wo sie ihre Babies hingebracht
hatte.
Nach ein paar Wochen fanden wir heraus, dass sie sie wieder zu uns
zurück gebracht hatte und auf einem Stück Land hinter dem Haus zwischen allerlei
Gerümpel aufzog. Leider waren die Babies nun sehr scheu. Irgendwann entdeckte
ich aber, dass die Augen der Kleinen zuzukleben begannen, ein sehr häufiges Symptom
vom Katzenschnupfen, und ich musste sie aufgreifen und behandeln, sonst wären
sie erblindet. Da hatte ich aber nicht mit der Mutter gerechnet *g*. Diese war
so fuchsteufelswild, dass ich mich mit einem Stock bewaffnen musste, denn ich
hätte ihr zugetraut, mich direkt anzufallen. Mit Hilfe anderer Gäste und einem
Fischernetz sowie ein paar Tricks haben wir es dann endlich geschafft, die 2 der
3 Babies, die die verklebten Augen hatten, aufzugreifen. Das dritte war frei davon,
also konnten wir es Rani lassen.
Bevor
wir Ranis Babies "einfingen", gab es aber noch eine dramatische Rettungsaktion.
Freunde von mir, die zu Besuch waren, hatten entdeckt, dass eins der Babies in
einem alten Heizungsrohr stecken geblieben und beim besten Willen nicht frei zu
bekommen war. So riefen sie uns an, und Sakis besorgte sich eine Eisensäge und
fuhr hin, und drei Männer sägten zu Dritt das Rohr auf und befreiten das Kleine.
Die Augen der Kleinen waren da bereits so schlimm, dass wir dann beschlossen,
siehe oben, die Babies in Gewahrsam zu nehmen ;-).
Da wir nicht jeden Tag
2 Mal diese aufwändige Einfangaktion durchführen konnten, haben wir die 2 unserer
damaligen Putzfrau, einer Russin, in Pflege gegeben, die eigentlich nur das eine
Kätzchen adoptieren wollte, letztendlich aber beide genommen hat. So hatten wir
schonmal für 2 ein Zuhause gefunden.
In etwa zeitgleich oder vielleicht
sogar davor, ich kann mich nicht mehr recht erinnern, hatten wir 2 Zimmer gleichzeitig
mit ziemlich begeisterten Tierschützerinnen, hauptsächlich Ursula aus Berlin und
Edith aus München, belegt, die mich gut zu beschäftigen wussten ;-). Am liebsten
hätten sie jedes Tier auf Paros gerettet, aber das geht ja leider nicht, und ich
musste sie - sehr zu ihrer Enttäuschung - etwas bremsen; außerdem ist ja unsere
Pension eine Pension und kein Tierheim (und diese Grenze wissen wir deutlich zu
ziehen!) und ich habe einen Hauptberuf neben meinem Engagement für die Tiere (wenn
jemand eine Million Euro übrig hat, gebe ich gern meinen Beruf auf und widme mich
ganz den Tieren *ggg*).
Leider habe ich Edith nachhaltig enttäuscht, weil
ich einen immer angebundenen Schäferhund in der Nachbarschaft nicht "retten" kann.
Er gehört jemandem und man kann so einen Hund ja auch schlecht "entführen" und
vermitteln erst Recht nicht.
Ein vorzeigbares Ergebnis dieser bewundernswert
engagierten Gäste (auch in Deutschland, wir bekamen von ihnen auch großzügige
Medikamentenspenden usw.!) waren aber eine Kastration eines Streuners und die
Adoption einer Mutterkatze mitsamt ihrer zwei Babies, die mit Ursula nach Deutschland
gingen.
Im Grunde habe ich hier nur die Helferfunktion ausgeführt und kann
eigentlich keine Punkte dafür kassieren, dass diese Katzen ein schönes Zuhause
fanden. Erzählenswert ist aber auch die "Befreiungsaktion" dieser 3 weißen Katzen.
Zuerst fanden die 2 Berlinerinnen die 2 Babies, die etwas Schnupfen hatten und
in keinem guten Zustand waren, mitten im Ort von Naoussa und baten mich um Hilfe.
Sie fanden heraus, dass die Katzen einem alten Herrn gehörten und mussten 2 Tage
lang auf ihn einreden und ihm versichern, sie würden die Katzen zurück bringen,
bevor sie sie zur Behandlung mitnehmen durften. So brachten sie sie täglich zu
mir zur Medikamenteneingabe.
Dann beschlossen die beiden Frauen über kurz
oder lang, alle 3, also Mutter und Babies, zu adoptieren und heckten schon nächtliche
Entführungsaktionen aus, wenn der alte Herr sie nicht rausgeben wollte. Ich war
auf keinen Fall für Entführung, sondern für Reden mit dem alten Mann, da ich weiß,
wie es ist, wenn die eigene Katze verschwindet aber man nicht weiß, was ihr zugestoßen
ist. Sicher hing der alte Mann auch an seiner Katze, auch wenn er nicht recht
wusste, wie er sie richtig füttern und behandeln musste.
Gott sei Dank
mussten die Katzen aber letztendlich nicht "entführt" werden, sondern ein-zwei
gemeinsame Abende mit reichlich Ouzo genügten, bis sie den alten Herrn am Ende
eines solchen Abends soweit hatten und er einwilligte, seine Katzen abzugeben.
So wurden Nägel mit Köpfen gemacht und die 3 Katzen standen bald, geimpft und
alles, vor der Abreise. Sie haben nun ein schönes Zuhause alle zusammen in Berlin
bei Ursula. Ob der alte Mann es dann in nüchternem Zustand bereut hat, habe ich
nicht mehr erfahren...
Kurz darauf bekam ich von Christoph, dem Schweizer,
der mir bereits in 2000 die allerersten 7 Katzenbabies "aufgehalst" hatte, wieder 3 Babies, 2 rotgetigerte Mädels und ein getigerter
Junge, die er wieder einmal im Müll oder so gefunden hatte. Diese haben wir solange
bei der Pension aufgezogen, bis es zu heiß wurde und ich sie zu mir nach Hause
nahm, wo wir 2 überdachte Terrassen und viele Büsche haben und sie sich schön
austoben konnten. Zu mir nach Hause ist aber insofern nicht so gut, als potenzielle
Tierfreunde sie nicht sehen und sich darin verlieben können ;-).
Glücklicherweise
beschwerte Sakis sich nicht, und da eine andere Streunerin auch 3 Babies zu uns
gebracht hatte, stürmten alsbald mindestens 6 Katzenbabies ins Haus, sobald wir
nur die Terrassentür aufmachten, die wir dann mühsamst wieder aufklauben und rauswerfen
mussten *g*. Das war bald so lästig, dass wir schon kaum mehr auf unsere Terrasse
gingen, und unsere 2 Hauskatzen waren bald sehr genervt und straften die Kleinen
mit empörten Blicken (nicht, dass es diese aber beeindruckt hätte). Neben den
Babies hatten wir noch ca. 5 - 7 erwachsene Streuner zu füttern, und einmal zählte
ich etwa 13 Katzen bei uns zu Hause!!!
Nun gut, es war etwas zäh, aber
bald fanden wir ein Zuhause für das eine (ehemalige Gäste hatten ein Foto gesehen
und sich bereit erklärt, ein Kleines zu adoptieren) und eine Pflegestelle für
das andere rote Kätzchen in Deutschland und hatten dann bald Glück, als deren
"Kuriere", d.h. Flugpaten, Petra und Dieter zu gewinnen. Es klappte alles prima,
und die 2. Katze wurde auch sehr bald in ein schönes Zuhause vermittelt. Die Katzenübergabe
an die ehemaligen Gäste Ralf und Anja fand auf einer Autobahnraststätte in der
Nähe von Frankfurt statt *g*. Diese zwei sind dankenswerterweise etwa 200 km dafür
gefahren.
Der dritte im Bunde, ein hochintelligenter und lustiger Tiger,
den ich am liebsten gar nicht hergegeben hätte (laut Sakis sogar: "diese Katze
ist wie ein Sechser im Lotto"), fand dann Mitte August ein Zuhause bei Gerd und
Sabine. Ich wusste, dass Gerd und Sabine tierlieb waren, aber sie hatten einen
großen weißen Schäferhund, aber irgend eine innere Stimme trieb mich dazu, in
eine Torte zu investieren und die beiden zu uns nach Hause einzuladen... Nun,
ich brauche ja nicht viel zu sagen, es war um sie geschehen und auch "Oskar" fand
seinen Weg nach Deutschland. Heutzutage versteht er sich prima mit seinem besten
Freund dem weißen Schäferhund, wird von seiner Familie, wie ich zahlreichen Emails
entnehmen darf, zu Tode geliebt, er bezirzt die ganze Nachbarschaft, und ich trauere
ihm immer noch nach ;-).
Die 3 anderen Babies bei uns zu Hause, die Kinder
von "Nanos der Zwergin", die als Streunerin bei uns bleiben wird, sind nach und
nach auch vermittelt worden. Eins ging mit Hilfe meiner neuen Bekanntschaft Lornie,
einer sehr engagierten, auf Paros lebenden Engländerin, zu einer Frau nach Athen.
Die anderen 2 wurden im September von Gerhard und Gudrun (zum zweiten Mal Gäste
bei uns, beim ersten Mal haben sie Katze "Sakis" adoptiert) für uns mit nach Deutschland
gebracht, wo sie in eine Pflegestelle kamen und von Silvia zusammen in ein schönes
Zuhause vermittelt wurden.
Silvia, muss ich eben einfügen, kam mich eines
Tages mit ihrem Mann Jürgen bei der Pension besuchen. Ich werde nie die ersten
Worte vergessen, die sie zu mir sagten: "Sind Sie Martina Blair?" - "Wir sind
Fans Ihrer Homepage." Die Beiden hatten leider erst nach dem Buchen ihres Urlaubs
unsere Pension entdeckt, und sie statteten mir einen Besuch ab, brachten mir Medikamente
und eine Spende mit und hinterließen ihre Emailadresse mitsamt ihrem Hilfsangebot.
Silvia setzt sich hier ein: www.tierschutzverein-schwetzingen.de
Bis heute haben sie mir, neben Nicole von www.katzen-jammer.de,
die ebenfalls in der Nähe von Frankfurt lebt, unermesslich viel geholfen. Ohne
diese Hilfe könnte ich lange nicht so viel tun wie ich tue, und wenn ich Flugpaten
nach Frankfurt finde, weiß ich, dass ich Katzen immer dort abholen und in ein
schönes Zuhause vermitteln lassen kann.
Wie ging es nun weiter?
Eines schönen Tages Ende August oder Anfang September, ich weiß es nicht mehr
genau, saßen Sakis und ich bei unserem morgendlichen Kaffee auf unserer Terrasse
und genossen die Ruhe... wir sprachen gerade darüber, wie froh wir waren, endlich
alle Katzen untergebracht zu haben... und dann die Ironie des Schicksals: da sahen
wir plötzlich in der Ferne eine erwachsene Katze mit 4 kleinen Punkten hinter
sich zielstrebig auf unser Haus zukommen... diese 4 Punkte waren 4 Katzenbabies,
die wahrscheinlich maximal 5 Wochen alt waren, und die an dem Morgen auf unserer
Terrasse einzogen. Die Katzenmutter verschwand nach ca. 14 Tagen für immer - es
muss ihr etwas zugestoßen sein - und uns blieben die 3
Schwarzen und ein Tiger. Die drei Schwarzen leben immer noch bei uns, der
bildhübsche Tiger ist leider gerade gestorben (Januar 2003).
Da kämen auch
schon bald die Katzen von Lornie ins Spiel. Lornie ist Sekretärin und im Kommittee
von "PAWS", der Paros Animal Welfare Society, und aufgrund ihrer Bitte bin ich
jetzt dort auch im Kommittee und hoffe, dadurch langfristig noch mehr für die
Tiere machen zu können. Mit Lornie hat sich eine schöne Freundschaft entwickelt
und wir unterstützen uns gegenseitig mit unseren Katzen(sorgen).
Inzwischen
war es September und ich litt doch tatsächlich vorübergehend unter Katzenmangel-
unsere Terrassenkatzen konnte ich ja leider noch nicht vermitteln - aber auch
das sollte nicht lange währen! Eines Tages fragte mich unsere neue Putzfrau (leider
musste die andere gehen), ob ich für sie ein Katzenbaby auftreiben könnte. So
brachte ich von Lornie 2 Katzenbabies "zur Ansicht" mit und wie es so kommt, verliebten
sich unsere Gäste Matthias und Martina in eins der 2, das sie dann später
nach Hamburg mitnahmen, und so wurde ich auf einen Schlag 2 von Lornies Katzen
los - sehr zu Lornies Überraschung!
Lornie hatte noch ein anderes kleines
Katzenbaby, das dringend ein Zuhause suchte, da es einen Leberfehler hatte und
nur Trockenfutter essen durfte, also in freier Wildbahn nicht überleben konnte.
Ich machte einen Aushang und suchte Interessenten für diese Katze "Tigerlily".
Da
Tigerlily bei Lornie untergebracht war, war es vorübergehend ruhig, bis ich kurz
darauf wieder 2 Katzen gebracht bekam. Martina und Jörg, die nicht bei uns in
der Pension wohnten, weil wir nichts mehr frei gehabt hatten,
28.02.2010
fuhr, hatten mich tags zuvor angerufen und gesagt, sie hätten
5 Katzenbabies gefunden. Sie hätten gehört, dass man mir Katzen bringen könnte
(oh Schreck, soweit war es schon gekommen!). Glücklicherweise für mich konnten
Martina und Jörg den nächsten Tag nur 2 der 5 Katzenbabies auftreiben, die wohl
in den Bergen ausgesetzt worden waren, und brachten sie mir. Es waren die unglaublichsten
Katzen - sie sahen aus wie Aliens mit langen spitzen Gesichtern und langen Ohren
- und der Junge jaulte ohne Pause wie am Spieß! Dem Nervenzusammenbruch nahe,
weil ich wusste, diese könnte ich auf keinen Fall bei der Pension aufnehmen, weil
sonst alle Gäste im Nu ausgezogen wären, bat ich Lornie um Hilfe, die die 2 bereitwillig
aufnahm... *hilfeeee*. (Nach dem Wälzen eines Buchs über Katzenrassen muss ich
sagen, dass die "Aliens" die größte Ähnlichkeit mit "Sphinx"-Katzen
hatten, aber ob sich solche "Rassekatzen" auf auf Paros aufhalten und den Paros-Mix
aufmischen?!?)
Den nächsten Tag schickte mir Lornie eine SMS mit folgendem
Text (im Namen von Paddy, wie sie den Schreihals getauft hatte): "Liebe Frau Blair,
ich möchte beantragen, zurück in die Berge gebracht zu werden; sie schätzen mich
hier überhaupt nicht! Nicht, wenn ich die Bücher markiere, meine Schwester bekämpfe
oder nonstop jaule. Liebe Grüße Paddy." Gut, immerhin hatte Lornie in ihrem Bücherladen
noch ihren Humor bewahrt.
Glücklicherweise konnte ich Martina und Jörg
dazu überreden, die "Aliens" als Flugpaten mit nach Frankfurt mitzunehmen, wo
Nicole sie in Pflege nahm und sofort vermittelte (ein Glück für Nicoles Ohren).
Dort bekamen die 2 eigentlich den Namen "Aliens", und da der neue Besitzer sie
nicht wieder zurück gebracht hat, nehme ich an, er ist nicht lärmempfindlich...
Bei der Abholung der 2 reisefertigen Aliens trafen wir draußen vorm Geschäft
die beiden Hamburgerinnen Elke und Margot, auch Gäste bei Sakis Rooms, die interessehalber
mit hereinkamen und sich auch die anderen Pflegekatzen von Lornie ansahen. Margot
verliebte sich gleich in "Tiny", eine Handflächengroße Minikatze, die 2 Touristinnen
zu Lornie gebracht hatten, nicht ohne ihr schamvoll mitzuteilen, dass sie als
Milchfläschchen ein Kondom benutzt hatten.
Wenn
ich das hier rekapituliere, waren der September und Oktober die ereignisreichsten
Monate, es passierte alles holterdipolter. Kurz bevor Martina und Jörg mit den
Aliens abreisten, brachte mir der Ehemann unserer neuen Putzfrau ein gerade angefahrene
Katze, von der ich glaubte, sie würde es nicht überleben. Netterweise waren Martina
und Jörg bereit, die Katze sofort zum Tierarzt zu fahren, da ich gerade neue Gäste
erwartete und nicht weg konnte. Die Katze bekam ihre Behandlung und erholte sich
blendend und fand innerhalb von 4 Tagen bei der Hamburgerin Elke ein neues Zuhause.
Glücklicherweise machte es Elke nichts aus, dass die Katze sich bald als
höchstwahrscheinlich blind herausstellte.
Da Elkes und Margots Flug
mit Alitalia wegen eines Streiks nach Deutschland ausfiel und sie noch vier Tage
länger bei uns wohnen mussten, hatte Margot noch genug Zeit, sich doch noch für
den kleinen schwarzen "Tiny" zu entscheiden, den sie bei Lornie gesehen hatte.
Sie hatte ein Bisschen Sorge, wie ihre erste Katze, die gern Tapeten abriss, reagieren
würde, aber sie hat es gewagt, und wie ich höre, reißen sie und "Sakis" (wie Tiny
heute heißt), jetzt glücklich gemeinsam die Tapeten ab.
Während dieser ganzen
Zeit wohnten auch Axel und Stephanie, aus der Nähe von Köln, bis in den Oktober
hinein, bei uns, auch Katzenfreunde mit bereits 2 eigenen Katzen. Irgendwie kam
es dazu (ich weiß auch nicht wie *ggg*), dass sie erwogen, die Sorgekatze Tigerlily
von Lornie zu adoptieren, aber wie es so ist, es kommt dann doch ganz anders...!
Unser letztes Katzenkind, der angenehme, freundliche und inzwischen fast
erwachsene "Oliver", erster Sohn von Rani, wohnte immer noch bei uns und war bisher
noch niemandem so recht aufgefallen, weil er nicht sonderlich an uns Menschen
interessiert war. Plötzlich aber fiel ihm Axel auf und er verliebte sich in ihn
mit Haut und Haaren. Fortan sah man Axel und Oliver nur noch im Zweierpack, und
ich machte mir schon Sorgen, ob Stephanie sich vielleicht ausgeschlossen fühlen
könnte. So kam es letztendlich, dass aus "Oliver" "Yiannis" wurde und er jetzt
auch glücklich in Deutschland lebt. Inzwischen liebt er auch Stephanie mit Haut
und Haaren, wie ich höre.
Leider war es inzwischen schon etwa Mitte Oktober
und Lornies Sorgenkind Tigerlily immer war noch nicht vermittelt. Es lastete mir
schwer auf der Seele. Wir hatten auch kaum noch Gäste. Dann bekamen wir ein sehr
tierliebes Pärchen aus Heidelberg als Gäste, aber ich war inzwischen so müde,
und ich mag nicht gern unsere Gäste direkt darauf ansprechen, ob sie Tiere mitnehmen
möchten, weil ich nicht möchte, dass sie sich in irgend einer Weise zu etwas gedrängt
fühlen, das sie nicht von sich aus möchten. Die Gäste sehen ja, was bei uns aktuell
ist und können, wenn sie möchten, ihre Hilfe anbieten.
Glücklicherweise
ergaben sich mit den Heidelbergern Doris und Uwe intensivere Gespräche, und ich
weiß nicht mehr, ob ich in einem letzten verzweifelten Versuch, Tigerlily zu helfen,
das Thema selbst anschnitt oder ob es sich ergab, jedenfalls erklärten sie sich
bereit, Tigerlily als Kuriere mitzunehmen. (Gott waren wir erleichtert.) Leider
könnten sie sie nicht selbst adoptieren, sagten sie, da ihr eigener "Kampfkater"
keine anderen Katzen dulden würde... aber ich war ja schon froh, denn ich wusste,
dass Tigerlily in eine schöne Pflegestelle kommen würde. Aber auch hier kam es
anders! Die Rabaukin Tigerlily zähmte sofort den berühmtberüchtigten Kampfkater
und heute leben sie glücklich beieinander in Tigerlilys neuem Zuhause!
Unsere
wunderschöne Rani, die mir den ganzen Sommer immer auf Schritt und Tritt folgte,
aber sich nicht anfassen ließ, obwohl man es ihr ansah, dass sie es gern täte,
aber sich nicht ganz traute, habe ich am Ende der Saison eingefangen und kastrieren
und impfen lassen. Ganz am Schluss fasste sie sich dann doch ein Herz und entdeckte,
wie schön es ist, sich streicheln zu lassen... leider aber hatten wir keine Gäste
mehr. So wird sie jetzt von unserer Putzfrau über den Winter versorgt und ich
hoffe, sie im Laufe der Saison 2003 vermitteln zu können.
Ich möchte -
damit keine falschen Vermutungen aufkommen - hier auch erwähnen, dass ich besonders
am Ende der Saison alle Streunerkatzen, die ich zwischen die Finger bekommen konnte,
habe kastrieren lassen ;-).
Ich möchte auch nochmal allen meinen Dank ausprechen,
die uns mit Spenden, Sachspenden, emotionaler und tatkräftiger Hilfe unterstützten.
Danke auch besonders Margrit und Heinz aus Bremen, die mir den tollen "Quetschkorb"
für 120 Euro spendeten, der mir unschätzbare Dienste leistete (denn die Streuner
kann man nicht immer gut anfassen und beim Tierarzt behandeln lassen).
Übrigens,
es ist keinesfalls so leicht, die Katzen reisefertig zu machen, wie es hier klingt.
Die lästigen Details, wie die Katzen bei den Fluggesellschaften anmelden, habe
ich nicht erwähnt. Das ist jedoch oft die schwierigste Übung. Ich habe mich dabei
fast tot-telefoniert und -gefaxt; die wichtigsten Rekorde waren 4 Tage, um endlich
bei Alitalia durchzukommen, sowie 5 neue Telefonnummern, um endlich den richtigen
Verantwortlichen bei einer deutschen Charter-Fluggesellschaft zu finden (ich kann
mich aber nicht erinnern, welche das war).
Wir danken, dass Sie es geschafft
haben, diesen langen Bericht bis hierher zu lesen .
Kurzbericht von 2003-2006
Wie
einige bereits wissen, war ich die Saison 2003 über schwanger (Lydia Miriam wurde am 14.09.03 geboren). Darum war es schwierig für mich, mich allzuviel
um die Katzen zu kümmern. Trotzdem haben wir einen Hund und 4 Katzen untergebracht.
Den
Hund haben wir selbst adoptiert (er ist Lydias liebstes "Spielzeug")
und die erste Katze, die auf Reisen ging, war Rani (s.o.), die wir über den
Winter hier inseriert hatten. Gabi, die neue Dosenöffnerin, machte nur bei
uns Urlaub, um Rani zu holen, und sie und Dosenöffner Thomas schicken uns
regelmäßig Fotos von diesem wunderschönen (inzwischen auch sehr
zahm gewordenen) Tier, dem wir nicht nur ein Tränchen nachgeweint haben.
Dann
hatten wir einen Kater, der einen vermeintlichen Abszess an der Nase hatte und
unheimlich zahm und anhänlgich war. Der hat dann Conny so sehr verzückt,
dass sie ihn mitnahm, auch wenn er sehr schlecht aussah. Warum erfuhren wir, als
Conny ihn kastrieren ließ - er hatte in der Nase eine Einschusswunde und
einen Splitter irgend eines Geschosses noch dort stecken. Was sind wir froh, dass
der arme Kerl gerettet wurde. Wenn man jetzt Fotos sieht könnte man meinen,
das sei nicht derselbe Kater.
2 Streuner-Katzen bei mir zu Hause, um die
ich mich nicht sehr viel kümmern konnte, haben 2003 durch die Hilfe von Silvia
und Jürgen in Deutschland jede ein neues schönes Zuhause gefunden (das
waren unsere Süßen Zina und Nanos), in dem sie so geliebt und gehegt
werden wie sie es verdienen.
Leider
muss ich feststellen, dass es mit Kleinkind alles sehr viel schwieriger
ist, besonders seit ich alleinerziehend bin.
Da ich oft angerufen
werde, um einer Katze zu helfen oder sie zu adoptieren, möchte ich an dieser
Stelle darauf hinweisen, dass es mir momentan einfach nicht möglich ist,
wie es meist von mir "erwartet" wird (was ich ja auch in der Vergangenheit
oft getan habe), einfach loszufahren und Katzen zum Tierarzt hin-und her zu fahren
sowie sie rund um die Uhr zu pflegen usw., usf.!
Wenn Sie mich anrufen
sollten, kann ich Ihnen gern einen Katzenkorb zur Verfügung stellen, damit
Sie (Sie!) mit Mietwagen, Taxi oder Bus zum Tierarzt gehen können. Das alles
habe ich sonst selbst getan und außerdem meistens mein eigenes Geld (das
die Spenden bei weitem überstieg) dafür eingesetzt. Ich kann Ihnen auch
gern dabei helfen, eine Katze zu adoptieren und Ihnen sagen, was man dafür
alles tun muss, aber mehr geht zur Zeit nicht, so Leid es mir tut.
Da ich selbst bereits 2 Hunde und viele Katzen habe, kann ich leider auch keine Tiere mehr aufnehmen. |
Die weiteren Jahre seit 2003 habe ich einige Katzen und Hunde aufgenommen und vermittelt. Ich bin immer noch engagiert, schaffe es aber nicht mehr, über jede einzelne Katze und ihr Schicksal zu schreiben. zurück nach oben
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